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Szene & Verbände

Eklat um das Nationalteam: Warum die Schweizer Herren bei der WM-Quali fehlten

Die Schweizer Padel-Herren spielten nicht an den European Qualifiers zum FIP World Cup. Dahinter steckt der Konflikt zwischen Swiss Padel und Swiss Tennis – jetzt hat sich auch der Weltverband geäussert.

Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Bei den European Qualifiers zum FIP World Cup 2026 stand nur ein Schweizer Team auf dem Platz: die Frauen. Die Herren fehlten. Was nach einer Formalität aussieht, ist der bisher sichtbarste Ausdruck eines Konflikts, der die Schweizer Padelszene seit Jahren spaltet.

Was passiert ist

Laut einem Statement des Weltverbands FIP vom 23. September hat Swiss Padel – seit 2007 das von der FIP anerkannte Mitglied für die Schweiz – nach Ablauf der Anmeldefrist entschieden, kein Herrenteam zu melden. Daraufhin versuchte eine Gruppe von Spielern, die sich als «offizielles Nationalteam» bezeichnete, sich direkt bei der FIP anzumelden.

Die FIP lehnte ab. Nach ihren Regeln können Teams nur über ein anerkanntes Mitglied gemeldet werden. Die FIP habe bei Swiss Padel nachgefragt und bestätigt erhalten, dass die Anmeldung nicht über den Verband lief. Das Frauenteam war korrekt gemeldet und spielte in Madrid.

«Die FIP respektiert die Autonomie ihrer nationalen Mitgliedsverbände bei internen Streitigkeiten zwischen nationalen Akteuren.»

– FIP-Statement, 23. September 2026 (übersetzt)

Die Angelegenheit wurde an die nächste Sitzung des FIP-Vorstands überwiesen. Von Sanktionen ist im Statement keine Rede.

Was Swiss Padel sagt

Drei Tage später, am 26. September, äusserte sich Swiss Padel selbst. Der Verband ordnet den Rückzug in einen grösseren Zusammenhang ein: Einzelne Spieler seien von der zugrunde liegenden Situation betroffen gewesen, das Team habe sich aus Solidarität geschlossen zurückgezogen.

Als eigentliche Ursache nennt Swiss Padel die Zersplitterung des Schweizer Padels. Swiss Tennis habe parallele Padel-Strukturen aufgebaut, ohne den bestehenden Verband einzubinden. Wörtlich heisst es: Die Fragmentierung des Schweizer Padels könne «nicht unbegrenzt weitergehen». Eine öffentliche Auseinandersetzung lehnt der Verband ab.

Zwei Verbände, ein Sport

Für Spielerinnen und Spieler ist die Lage seit längerem unübersichtlich:

Swiss Padel Swiss Tennis Padel
Was Eigenständiger Padelverband Padel-Abteilung von Swiss Tennis
International FIP-Mitglied seit 2007, stellt Nationalteams –
Wettkampf Schweizer Meisterschaften, eigenes Ranking Turniere P100 bis P1000, Interclub, Lizenzen

Hinzu kommt: Im November 2025 scheiterte Swiss Padel mit dem Antrag auf Aufnahme in Swiss Olympic. Das Sportparlament lehnte das Gesuch laut Francsjeux mit einer Mehrheit der Delegierten ab.

Auf der Website von Swiss Tennis Padel fand sich bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zum Rückzug des Herrenteams. Por Tres bleibt dran und wird über eine Reaktion berichten.

Wer nach Doha fährt

In Madrid haben sich vier Teams für den FIP World Cup in Doha (2.–7. November 2026) qualifiziert. Bei den Herren sind es die Niederlande und Deutschland, bei den Frauen Grossbritannien und Deutschland. Wie die Schweizerinnen in Madrid abgeschnitten haben, steht im Bericht der FIP nicht. Wir fragen nach.

Die letzten zwei WM-Plätze, je einer pro Kategorie, werden vom 26. bis 30. Oktober an der Qualifikation Asien-Afrika in Kuwait vergeben.

Was das für dich bedeutet

Für Clubspieler ändert sich vorerst nichts: Lizenzen, Turniere und Interclub laufen weiter wie gewohnt. Für die Spitze ist die Frage dringender. Wer die Schweiz international vertreten darf, entscheidet am Ende die Zugehörigkeit zur FIP – und die liegt bei Swiss Padel.

Hast du eine Info oder Korrektur? Schreib der Redaktion.

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